Entdeckt am Handgelenk & im Restaurant: Die bekanntesten Smartwatch-Leaks

leak google pixel watch 5 smartwatchIn der Welt der Wearables arbeiten Entwicklungsabteilungen unter strenger Geheimhaltung. Prototypen werden häufig in unauffälligen Gehäusen getestet, Informationen nur einem begrenzten Personenkreis zugänglich gemacht und Produkte erst zu einem genau festgelegten Zeitpunkt enthüllt. Trotzdem gelangen immer wieder unveröffentlichte Smartwatches vorzeitig an die Öffentlichkeit. Besonders Google hat dabei einige ungewöhnliche Geschichten erlebt: Eine Pixel Watch wurde in einem Restaurant vergessen, Jahre später tauchte eine noch unveröffentlichte Generation sogar im Meer auf. Andere Smartwatch-Leaks zeigen wiederum, dass nicht immer menschliche Vergesslichkeit dahinterstecken muss – manchmal verraten Zertifizierungsstellen oder vorzeitig veröffentlichte Produktbilder die Neuheiten.

Vom Restaurant ins Netz: Das unfreiwillige Debüt der ersten Pixel Watch

Noch bevor Google seine erste eigene Smartwatch offiziell vorgestellt hatte, gelangte im April 2022 ein Prototyp der Pixel Watch an die Öffentlichkeit. Das Gerät war nach Angaben des Finders in einem Restaurant in den USA zurückgelassen worden. Dort wurde es zunächst mehrere Wochen aufbewahrt – offenbar in der Hoffnung, dass sich der Besitzer noch melden würde.

Schließlich erhielt das Technikportal Android Central Fotos des Fundstücks. Ein passendes Ladegerät fehlte, sodass die Smartwatch nicht vollständig in Betrieb genommen werden konnte. Für einen aufsehenerregenden Leak reichte der Fund dennoch aus: Auf den Bildern waren unter anderem das runde Gehäuse, die stark gewölbte Glasoberfläche, die seitliche Krone und Googles spezieller Mechanismus zur Befestigung der Armbänder zu erkennen.

Der Zeitpunkt machte den Fund besonders brisant. Google zeigte die Pixel Watch erst wenige Wochen später, am 11. Mai 2022, offiziell auf seiner Entwicklerkonferenz Google I/O. Die ausführliche Präsentation und der Marktstart folgten im Oktober. Das grundlegende Design der ersten Google-Smartwatch war durch den Restaurantfund zu diesem Zeitpunkt allerdings längst bekannt.

Fundstück im Meer: Das Rätsel um die Pixel Watch 5

Noch ungewöhnlicher verlief ein Leak vier Jahre später. Ende Mai 2026 veröffentlichte Randy Pitchford, Gründer des Spieleentwicklers Gearbox Software, auf X Fotos einer mutmaßlichen Pixel Watch 5. Nach seiner Darstellung hatte ein Freund die Smartwatch beim Tauchen vor der Karibikinsel St. Martin im Meer entdeckt.

Dass es sich offenbar tatsächlich um ein noch unveröffentlichtes Google-Modell handelte, ließ sich unter anderem an der Beschriftung auf der Gehäuserückseite erkennen. Dort war ausdrücklich von einer „Pixel Watch 5“ die Rede. Außerdem waren Kennzeichnungen unter anderem für SpO2-, EDA- und Herzfrequenzmessung sowie UWB und die Schutzklasse IP68 zu erkennen.

Bemerkenswert war auch der Zustand des Geräts. Obwohl die Smartwatch offenbar längere Zeit im Wasser gelegen hatte und der Akku praktisch leer war, konnte sie im stromsparenden Zustand noch die Uhrzeit anzeigen. Pitchford berichtete anschließend, dass mithilfe der Aufmerksamkeit in sozialen Netzwerken der Besitzer des Geräts ausfindig gemacht worden sei und die Uhr zurückgegeben werden sollte. Wer genau der Besitzer war und unter welchen Umständen die Pixel Watch 5 im Meer landete, wurde jedoch nicht verlässlich öffentlich geklärt.

Damit war zumindest ein Teil des Designs der neuen Smartwatch bereits Monate vor Googles offizieller Produktveranstaltung im August 2026 bekannt.

Fotos statt Fundstücke: Fitbit-Neuheiten vorzeitig im Netz

Nicht jeder Smartwatch-Leak benötigt einen spektakulären Fundort. Häufig reichen Bilder aus Zulassungsverfahren, Händlerdatenbanken oder anderen Quellen aus, um ein noch unangekündigtes Produkt vorzeitig zu enthüllen. Auch Fitbit war davon mehrfach betroffen.

Im Jahr 2020 erschienen beispielsweise bereits vor der offiziellen Präsentation Bilder mehrerer neuer Fitbit-Geräte im Internet. Dazu gehörten die Fitbit Sense und die Versa 3. Die Aufnahmen zeigten die Gestaltung der Uhren so deutlich, dass wesentliche Teile des später offiziell vorgestellten Designs bereits vorab bekannt waren.

Fitbit Versa 2 Leak Smartwatch

Auch bei der nächsten Generation wiederholte sich das Spiel. Monate vor ihrer offiziellen Vorstellung im August 2022 tauchten Informationen und Bilder zur Fitbit Sense 2 und Versa 4 auf. Unter anderem sorgten Aufnahmen aus regulatorischen Unterlagen für weitere Hinweise auf die kommenden Modelle. Solche Zertifizierungsverfahren sind für Hersteller ein wiederkehrendes Problem: Funkfähige Elektronik muss vor dem Verkauf verschiedene Zulassungsprozesse durchlaufen – und dabei können Informationen öffentlich werden, bevor die Marketingabteilung ein Produkt offiziell zeigen möchte.

Apples erste Watch: Gerüchte statt vergessener Prototypen

Bei Apple verlief die Vorgeschichte der ersten Apple Watch dagegen weniger spektakulär. Anders als bei Googles Pixel Watch ist kein vergleichbarer Fall belastbar dokumentiert, bei dem Tim Cook oder ein anderer Apple-Manager vor der offiziellen Präsentation öffentlich mit einem eindeutig identifizierbaren Apple-Watch-Prototypen gesehen wurde.

Geheim blieb Apples Arbeit an einer Smartwatch trotzdem nicht. Schon lange vor der Präsentation kursierten Berichte über ein mögliches Apple-Wearable, das damals häufig als „iWatch“ bezeichnet wurde. Medien berichteten unter Berufung auf anonyme Quellen über Apples Pläne, während Patentanmeldungen, Personalentscheidungen und Hinweise aus der Zulieferindustrie zusätzliche Spekulationen auslösten.

Gewissheit gab es erst am 9. September 2014. An diesem Tag präsentierte Tim Cook die Apple Watch gemeinsam mit dem iPhone 6 und iPhone 6 Plus. Das Beispiel zeigt damit eine andere Form des Produkt-Leaks: Nicht immer gelangt ein fertiger Prototyp nach draußen. Manchmal reichen zahlreiche einzelne Informationen aus unterschiedlichen Quellen, damit die Öffentlichkeit schon lange vor einer offiziellen Präsentation ziemlich genau weiß, woran ein Hersteller arbeitet.

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