Pebble Round 2: Geduldsprobe für Retro-Fans – Smartwatch verspätet sich erneut
Totgeglaubte leben länger – und manchmal brauchen sie einfach ein bisschen mehr Zeit. Das gilt aktuell ganz besonders für das ambitionierte Kuckuckskind der Smartwatch-Szene. Das Revival der Kultmarke Pebble sorgt bei Vorbestellern derzeit für Wechselbäder der Gefühle. Nachdem die extrem schlanke Pebble Round 2 bereits Anfang des Jahres mit viel Applaus angekündigt wurde, müssen Fans nun stark sein. Ein neuer, ehrlicher Lagebericht des Herstellers dämpft die Hoffnung auf eine schnelle Lieferung, denn beim finalen Feinschliff hakt es in der Produktion. Warum die Uhr erst verspätet an den Handgelenken „auftaucht“, zeigt dieser aktuelle Statusbericht.
Der Neustart des Pebble-Universums unter der Flagge des neuen Mutterunternehmens Core Devices war von Anfang an ein echtes Herzensprojekt für Liebhaber der ersten Stunde. Mit der Pebble Round 2 sollte das extrem dünne Design des Klassikers von 2015 zurückkehren – gepaart mit einem rahmenlosen E-Paper-Farbdisplay und einer drastisch verbesserten Akkulaufzeit von bis zu zwei Wochen. Der Haken an der Sache: Kleine Hardware-Projekte, die sich über Crowdfunding oder Vorbestellungen finanzieren, stolpern auf den letzten Metern vor der Massenproduktion gerne mal über die Tücken der Realität. Genau das ist nun passiert.
Pebble-Gründer Eric Migicovsky höchstpersönlich meldete sich frisch aus den Fabriken in China mit einem ehrlichen, aber ernüchternden Update zu Wort. Bei der Überprüfung der Vorserien-Modelle ist ein kleines Fertigungsproblem am Gehäuse aufgefallen, weshalb die Werkzeuge in der Produktion noch einmal minimal nachjustiert werden müssen. Da die Hardware aktuell zwar schon fleißig im Beta-Test läuft, aber eben noch nicht die Freigabe für das Fließband erhalten hat, verschiebt sich der eigentlich für Mai geplante Lieferstart nach hinten.
Immerhin: Das Team spielt mit offenen Karten, zeigt den Fehler transparent und nennt direkt einen neuen Fahrplan. Der offizielle Versand der ersten Pebble Round 2 soll nun im Juli anlaufen. Wer allerdings darauf hofft, seine Uhr direkt am ersten Tag in den Händen zu halten, braucht weiterhin Ausdauer. Der Hersteller hat bereits angekündigt, die Vorbestellungen in Wellen abzuarbeiten. Bis alle bisher georderten Exemplare verpackt und verschickt sind, wird es voraussichtlich September werden.
Für die breite Masse der Käufer ist diese Nachricht zwar ärgerlich, im Bereich der Tech-Start-ups aber absolut kein Weltuntergang. Statt fehlerhafte Hardware auf den Markt zu werfen, nur um den Zeitplan zu halten, entscheidet sich Core Devices lieber für Qualität vor Schnelligkeit. Für die wartende Community bedeutet das zwar ein paar Wochen mehr Vorfreude, dafür stehen die Chancen gut, dass am Ende ein perfekt verarbeitetes Lifestyle-Gadget am Handgelenk landet, das das Warten absolut wert war.