Smartwatch mit LTE versus Bluetooth: Wann sich Aufpreis und eSIM-Kosten lohnen
Beim Kauf einer neuen Smartwatch – egal ob Apple Watch, Samsung Galaxy Watch oder Google Pixel Watch – stehen Kunden vor einer zentralen Grundsatzentscheidung: Reicht die günstigere Standard-Variante mit Bluetooth und WLAN, oder lohnt sich der Griff zum teureren Mobilfunk-Modell mit integriertem LTE beziehungsweise 5G? Die Vorstellung, ohne Smartphone in der Tasche stets erreichbar zu sein, klingt verlockend, bringt im Alltag jedoch handfeste Vor- und Nachteile mit sich, die vor dem Kauf genau abgewogen werden sollten.
Die technische Funktionsweise einer Cellular-Smartwatch
Eine Smartwatch mit Mobilfunkmodul nutzt eine fest im Gehäuse verbaute, digitale SIM-Karte, eine sogenannte eSIM. Über diese eSIM bucht sich die Uhr eigenständig in das Mobilfunknetz ein. Bei den meisten Mobilfunkanbietern geschieht dies über eine sogenannte MultiSIM oder Zusatzkarte, die dieselbe Rufnummer wie der bestehende Smartphone-Vertrag nutzt. Dadurch klingeln eingehende Anrufe parallel auf beiden Geräten, und SMS sowie Messenger-Nachrichten erreichen die Uhr selbst dann, wenn das Smartphone ausgeschaltet oder meilenweit entfernt zu Hause auf dem Schreibtisch liegt. Zudem können Musik, Podcasts und Hörbücher direkt über das Mobilfunknetz auf Bluetooth-Kopfhörer gestreamt werden.
Die Kehrseite: Hoher Akkuverbrauch und laufende Vertragskosten
Die gewonnene Unabhängigkeit fordert allerdings ihren Tribut, und das betrifft primär den Akku. Während die Funkverbindung via Bluetooth zum Smartphone extrem energiesparend arbeitet, verbraucht das Senden und Empfangen von Mobilfunksignalen über die winzigen Antennen im Uhrengehäuse enorm viel Strom. Befindet sich die Smartwatch im reinen LTE-Betrieb und muss womöglich noch schlechten Netzempfang ausgleichen, schrumpft die verbleibende Akkulaufzeit drastisch zusammen. Bei aktiven Telefonaten oder permanentem Musikstreaming über LTE ist der Akku mancher Modelle bereits nach wenigen Stunden vollständig entleert.

Zusätzlich sollten die finanziellen Folgekosten nicht unterschätzt werden. Neben dem höheren Anschaffungspreis für die LTE-Hardware, der je nach Hersteller zwischen 50 und 150 Euro liegt, verlangen die meisten Netzanbieter eine monatliche Gebühr für die Bereitstellung der eSIM-Zusatzkarte sowie oft eine einmalige Aktivierungsgebühr. Über eine typische Nutzungsdauer von zwei bis drei Jahren summiert sich dieser Aufpreis schnell auf einen beträchtlichen Betrag.
Zielgruppen-Check für die richtige Kaufentscheidung
Die Investition in eine LTE-fähige Smartwatch lohnt sich vor allem für Menschen mit einem klar definierten Nutzungsszenario. Ambitionierte Läufer, Radfahrer und Fitnessbegeisterte, die während des Trainings auf das schwere und unhandliche Smartphone verzichten möchten, aber für Notfälle erreichbar bleiben oder Musik streamen wollen, profitieren enorm von der Mobilfunkanbindung. Auch für Personen, die kurze Erledigungen oder Hundespaziergänge bewusst ohne Smartphone antreten möchten, bietet das LTE-Modell ein hohes Maß an Komfort und Sicherheit.
Wer sein Smartphone hingegen im Alltag ohnehin fast immer in der Hosen-, Hand- oder Jackentasche mitführt, kann sich den Aufpreis für die Mobilfunk-Variante und die monatlichen Zusatzkosten getrost sparen. Sobald sich das Smartphone in Bluetooth-Reichweite von rund zehn Metern befindet, leitet es sämtliche Anrufe, Benachrichtigungen und Internetdaten energiesparend und verzögerungsfrei an die günstigere Bluetooth-Smartwatch weiter.