Amazfit vor großem Schritt: App-Leak zeigt Pläne für Smartwatch mit Solar-Ladefunktion
Der Wearable-Hersteller Amazfit schickt sich an, eine der letzten großen Bastionen der Premium-Konkurrenz von Garmin zu stürmen. Nach den weitreichenden Produktankündigungen für das restliche Jahr 2026 ist nun ein neuer, spektakulärer Leak aufgetaucht, der die Fachwelt elektrisiert. Ein tiefer Blick in den Quellcode der offiziellen Zepp-Smartphone-App (Version 10.5.0) hat handfeste Beweise für die Integration einer Solar-Lade-Funktion ans Licht gebracht. Damit könnte Amazfit das ohnehin schon starke Energiemanagement seiner Uhren noch einmal massiv verbessern und die Abhängigkeit von der Steckdose im Alltag drastisch reduzieren.
Die Entdeckungen in der App-Software sind erstaunlich detailliert und zeigen, dass die Technologie bereits kurz vor dem Einsatz stehen muss. Die Code-Zeilen enthüllen Variablen wie solar_intensity (Solar-Intensität), watch_face_input_power (Eingangsleistung über die Vorderseite) und sogar case_back_input_power (Eingangsleistung über die Gehäuserückseite). Das System bereitet also eine Benutzeroberfläche vor, die dem Nutzer in Echtzeit anzeigt, wie viel Strom die Smartwatch gerade über das Sonnenlicht tankt. Eine solche grafische Auswertung kennt man in fast identischer Form bisher von Garmins Outdoor-Modellen.
Welches Modell als Erstes in den Genuss der Sonnenenergie kommen wird, lässt der Quellcode allerdings noch komplett offen, da im System keine konkreten Modellnamen hinterlegt sind. Branchen-Experten sind sich jedoch einig, dass eine solche Erweiterung im Portfolio von Zepp Health am ehesten für die spezialisierten Outdoor- und Abenteuer-Segmente Sinn ergibt. Größere Gehäuse bieten schlichtweg den nötigen Platz für die Solar-Elemente um den Bildschirm herum. Spannend bleibt dabei vor allem die Frage nach dem Display: Da Solar-Ringe extrem viel Licht schlucken und farbintensive AMOLED-Panels im Betrieb wahre Stromfresser sind, wird in der Tech-Welt bereits heiß darüber diskutiert, ob Amazfit für dieses Projekt eventuell zu besonders stromsparenden MIP-Displays (Memory-in-Pixel) zurückkehren könnte – eine Technologie, die der Hersteller in der Vergangenheit schon erfolgreich genutzt hat.
Für die breite Masse der Endverbraucher könnte dieser Vorstoß den Markt für Outdoor-Smartwatches kräftig aufmischen. Bislang war die autarke Solar-Technologie ein teures Privileg weniger Premium-Hersteller. Wenn Zepp Health seiner bisherigen Philosophie treu bleibt und die Solar-Funktion zu einem gewohnt aggressiven Preis-Leistungs-Verhältnis anbietet, dürfte das für mächtig Druck in der Branche sorgen. Da die Software-Vorbereitungen in der App bereits laufen, müssen wir uns bis zur offiziellen Hardware-Vorstellung vermutlich nicht mehr allzu lange gedulden.