Apple plant Fitness-Tracker ohne Display als Whoop-Konkurrent
In der Wearable-Sparte von Apple zeichnet sich hinter verschlossenen Türen ein bemerkenswerter Strategiewechsel ab. Während der Konzern aus Cupertino seine Apple Watch seit über einem Jahrzehnt als universelles Display-Erlebnis am Handgelenk positioniert, erproben die Ingenieure nun einen radikal minimalistischen Gegenentwurf. Berichten der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zufolge arbeitet das Hardware-Team an ersten Prototypen für ein bildschirmloses Fitness Armband. Damit reagiert Apple auf die wachsende Nachfrage nach dezenten Trackern, die von Marken wie Whoop, Garmin mit dem CIRQA-Band oder Googles Fitbit Air erfolgreich erschlossen wird.
Dünnes Textilband rückt Vitaldaten und Erholung in den Fokus
Die ersten internen Testmuster setzen auf ein schlichtes Stoffband, in das ein kompaktes Sensormodul ohne jegliche Bildschirmanzeige eingelassen ist. Das Konzept bricht bewusst mit dem ständigen Benachrichtigungsdruck moderner Smartwatches: Statt App-Icons, Nachrichten-Pop-ups oder bunter Zifferblätter sammelt das Wearable kontinuierlich biometrische Messwerte völlig geräuschlos im Hintergrund. Sämtliche Analysen zur Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität (HRV), Schlafdauer und sportlichen Belastung laufen nahtlos in die Apple-Health- und Fitness-App auf dem iPhone ein.
Der Verzicht auf ein leistungshungriges Display böte handfeste funktionale Vorteile. Ohne Panel schrumpfen die Gehäuseabmessungen und das Gesamtgewicht drastisch, was das Band insbesondere für die lückenlose Schlaferfassung und intensive Trainingseinheiten attraktiver macht. Zugleich würde die Akkulaufzeit von den typischen ein bis zwei Tagen einer Apple Watch auf ein Vielfaches anwachsen. Viele Sportler und Führungskräfte greifen im Alltag zudem gerne zu klassischen mechanischen Armbanduhren und wünschen sich einen unauffälligen Sensor, der auch am gegenüberliegenden Handgelenk oder am Oberarm getragen werden kann.

Marktreife nicht vor 2028 erwartet
Das Vorhaben befindet sich derzeit in einer frühen Explorationsphase unter der Leitung der unternehmenseigenen Gesundheitssparte. Ob und in welcher Form das Projekt den Sprung vom Labor zur Marktreife schafft, ist noch nicht endgültig entschieden. Branchenkenner rechnen im Falle einer Verwirklichung frühestens im Jahr 2028 mit einem Verkaufsstart.
Dennoch sorgten bereits die ersten Berichte über Apples Pläne für spürbare Unruhe an den Finanzmärkten: Die Nachricht ließ unter anderem die Aktie von Garmin zeitweise um rund 2,5 Prozent nachgeben. Für Apple böte ein solches Band eine hervorragende Möglichkeit, neue Käuferschichten an das eigene Gesundheits-Ökosystem und Apple Fitness+ zu binden, ohne den etablierten Markt der Apple Watch direkt zu gefährden.