Blutzucker per Smartwatch messen: Movano bereitet Prototyp vor

Mittwoch, 22. Juli 2020

movano blutzucker smartwatchFür Diabetiker gehört es zum Alltag, der dadurch an Lebensqualität einbüßt: Das regelmäßige Piksen in die Fingerkuppe zur Blutentnahme, um den Insulinspiegel zu bestimmen. Der technologische Fortschritt, gerade in der Wearable-Branche, gibt jedoch mittelfristig Hoffnung. Erst zum Jahresanfang hatten wir berichtet, dass der deutsche Hersteller Beurer gemeinsam mit einem französischen Partner an der K’Watch arbeitet. Diese Smartwatch soll den Blutzuckerspiegel allein über Hautkontakt messen. Jetzt taucht mit Movano ein weiteres Unternehmen auf der Bildfläche auf, das ein vergleichbares Ziel formuliert und ebenfalls eine innovative Uhr entwickelt.

Gegründet wurde das Startup 2018 und hat seitdem insgesamt 27 Millionen US-Dollar für sein Projekt eingesammelt. Einen offiziellen Produktnamen gibt es für die Blutzucker Smartwatch noch nicht. Dafür lässt sich bereits etwas zur Funktionsweise sagen. Die intelligente Uhr ist mit einem hochfrequenzbetriebenen Pulsmesser ausgestattet. Über diesen soll der Insulinspiegel der Träger überwacht werden. Das kann jederzeit und in Echtzeit geschehen. Doch wie soll eine solche Messung allein über einen Sensor möglich sein?

Die Antwort gibt Michael Leabman, der Gründer und CEO von Movano. Er erklärt, dass Glucose spezielle elektrische und physikalische Eigenschaften besitzt, die sichtbar sind. Dabei zieht er einen bildhaften Vergleich: Öl sei auf Wasser auch zu erkennen. Das liegt daran, dass das Licht in den beiden Flüssigkeiten auf unterschiedliche Weise reflektiert und gebrochen wird. Ähnliche Effekte seien auch bei Glucose im Blutgefäß zu registrieren. Dass dieses Vorhaben realisierbar ist, konnte Movano bereits in mehreren kleinen Studien nachweisen.

movano blutzucker smartwatch_2

Auf das künftige Design gewährt das Startup einen Ausblick. Aktuell besteht die größte Herausforderung aber wohl darin, die erforderliche Technologie zu komprimieren, damit sie in eine schlanke Smartwatch passt. Zudem müsse der Energieverbrauch auf ein Minimum reduziert werden. Auch die Algorithmen bedürfen noch einer Optimierung, sodass die Blutzucker Smartwatch von Movano genaue Werte für Menschen jeden Alters, jeden Körpertyps sowie jeder Ethnie liefert.

Kann hinter diese Aufgabe erfolgreich ein Haken gesetzt werden, möchte das Unternehmen die Zulassung bei der US-amerikanischen Behörde für Lebensmittel und Arzneimittel FDA beantragen. Nach aktuellem Plan soll gegen Ende 2021 ein funktionsfähiger Prototyp bereitstehen. Bis die Smartwatch mit Glucose-Messung auf den Markt kommt, dürfte jedoch noch mehr Geduld gefragt sein. Eine denkbar große Zielgruppe würde Movano definitiv ansprechen: Weltweit leiden Schätzungen zufolge rund 463 Millionen Menschen an Diabetes.

17 Kommentare
  1. Gert Kafka

    Was wäre das für ein riesiger Fortschritt. Ich würde gerne testen um danach diese Uhr – wenn sie für mich bezahlbar wäre – zu übernehmen

  2. SB

    Das wäre zu schön um wahr zu sein. Bei meinem Enkel wurde vor sechs Monaten Diabetes I festgestellt. Mit 22 Monaten.
    Die kleinen Finger müssten nicht mehr gestochen werden. Diese Belastung würde schon einmal wegfallen.
    Warten wir es ab, ich bin gespannt.

  3. Tibor

    Ich würde sehr gerne testen

  4. Ully

    Funktioniert es auch bei Unterzucker ohne Diabetiker?

  5. Filippo

    Uihhh finde ich Super. Sollte noch ein Tester gesucht werden so bin ich dabei

  6. Schumacher

    Ich würde sehr gerne testen da mein Zucker Spiegel immer sehr schwankt und ich dann nicht ständig stechen muss.

  7. Sonja Schneider

    Ich habe ein großes Problem mit dem Zuckerwert. Immer wieder rauf und runter. Würde sie sofort testen

  8. Walter Alois Kohl

    Ersuche bestens, mich zu verständigen sobald diese Smartwatch im Handel ist.
    Danke und viel Erfolg

  9. Ingo Eppler

    Ich muss auch viermal am Tag den Blutzuckerspiegel messen und bin das Picken leid.Die Uhr wäre eine echte Inovation an Händling,Folgekosten nd Einfachheit.Wäre auch gerne Testperson.Gerade auch für ältere Personen wäre sie eine bereicherrung weil viele von Ihnen ja auch Schwierigkeiten haben sich zu picksen.

  10. Andrea Pitschi

    Als Künstlerin leide ich immer sehr unter den zerstochenen Fingern. Ich wäre gerne eine der Tester

  11. Corinne

    Falls Testpersonen gefragt sind, ich bin dabei! 😃 Ich suche eh grad nach einer passenden Smartwatch, um meine Werte nicht nur über’s Handy ablesen zu können. Das Design, wenn es denn dabei bleibt, finde ich schonmal super!

    Das ich einen Closed DIY-Loop habe, würde mich noch interessieren, ob die Uhr dann auch die Möglichkeit bietet, Apps abzubilden, mit denen man die Insulinpumpe bzw. den Loop bedienen kann.

    Das ist natürlich schon einen großen Schritt weiter gedacht, aber das wäre wirklich Top!

  12. Tina Vilagos

    Hört sich interessant an aber ob sie dann wirklich hält was sie verspricht…. ich würde mich als Testerin bereitstellen 😉

  13. Agnes B

    Der Preis würde mich auch interessieren, würde sie auch gerne testen !
    Mir ist nur noch nicht klar wie das gehen soll?

  14. Anja

    Es wäre der Hammer. Ich habe Angst vor jeder Messung und das bedeutet meine Lebensqualität ist stark vermindert. Aber ich befürchte auch,das die nicht bezahlbar ist für Menschen mit normalen Gehalt….was auch immer normal ist.

    1. Lisa Schnabel

      Wenn Sie Angst vor Pieksen haben fragen Sie beim Arzt nach ..Dexcom G6 oder ..
      Free Style Libre… Beides 10 Tage am Arm oder Bauch zu tragen… Hat meine Lebensqualität um 500% gesteigert. Lese Zuckerwerte auf dem Handy.
      Sie können es googeln…
      Dexcom G6 Wird vom Arzt verschrieben, GRÜßLE

  15. Peter Ehrhardt

    Interessant wird nicht nur der Preis sein, sondern auch ob die Kosten von den Krankenkassen übernommen werden. Immerhin fallen keine Folgekosten an wie bei den derzeitigen CGM Systemen.

  16. M. P

    Super 👍👍endlich wegkommen von der Nadel.. Fragt sich nur was diese Uhr kosten wird.. Bin gespannt und warte…

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