KI am Handgelenk: Wie Smartwatches bald epileptische Anfälle vorhersagen könnten
Smartwatches sind schon lange keine reinen Schrittzähler mehr, sondern entwickeln sich immer rasanter zu echten Lebensrettern für die Gesundheit. Eine besonders revolutionäre Entwicklung bahnt sich aktuell im medizinischen Bereich an, die Millionen von Menschen weltweit neue Hoffnung schenkt. Ein deutsches Forscherteam hat eine Technologie entwickelt, mit der epileptische Anfälle künftig mithilfe eines intelligenten Armbands prognostiziert werden könnten. Statt von einem Krampfanfall völlig unvorbereitet kalt erwischt zu werden, soll die künstliche Intelligenz am Handgelenk rechtzeitig Alarm schlagen. Wie genau diese faszinierende Echtzeit-Warnung funktioniert und warum sie den Alltag von Betroffenen komplett verändern dürfte, zeigt dieser Überblick.
Für weltweit über 60 Millionen Menschen – darunter allein rund 640.000 Betroffene in Deutschland – gehört die Angst vor dem nächsten, unvorhersehbaren epileptischen Anfall zum ständigen Begleiter. Wissenschaftler der Universität Paderborn arbeiten nun an einer Lösung, die so einfach und unauffällig wie eine ganz normale Smartwatch ist. Das Team um den Neurologen Professor Dr. Dr. Claus Reinsberger und den Elektrotechniker Dr.-Ing. Tanuj Hasija kombiniert dafür tragbare Sensoren mit moderner künstlicher Intelligenz. Das Ziel des Projekts ist eine verlässliche Echtzeitprognose direkt am Handgelenk, die den Betroffenen ein großes Stück Sicherheit und Lebensqualität im Alltag zurückgeben soll.
Der Schlüssel zu dieser medizinischen Innovation liegt im sogenannten autonomen Nervensystem. Den Forschenden ist bei ihren Analysen aufgefallen, dass bestimmte Werte dieses Nervensystems bereits mindestens eine halbe Stunde vor einem drohenden Anfall stark und sichtbar ansteigen. Genau diesen biologischen Vorlauf nutzt das Team aus Paderborn, um daraus einen cleveren Algorithmus zu füttern. Die Software verarbeitet die permanent gemessenen Sensordaten der Uhr im Hintergrund und schlägt sofort Alarm, sobald sie erkennt, dass sich im Körper ein Anfall anbahnt.
Diese gewonnene Zeit ist für die Betroffenen unbezahlbar. Wer mindestens 30 Minuten vorab weiß, was droht, kann sich nicht nur rechtzeitig in eine sichere Umgebung begeben, sondern auch viel schneller mit bestimmten Medikamenten reagieren. Dadurch lässt sich ein schwerer Anfall im besten Fall sogar komplett verhindern oder zumindest das Risiko für gefährliche Sturzverletzungen massiv senken. Ein weiterer Pluspunkt für die breite Masse ist die Diskretion: Da die Technik in einem ganz gewöhnlichen Lifestyle-Gadget steckt, entfällt jede medizinische Stigmatisierung im Beruf oder in der Freizeit. Bis das System final im Handel landet, stehen zwar noch weitere Tests mit neuer Hardware und behördliche Genehmigungen an, doch die digitale Basis für diesen Lebensretter am Handgelenk steht bereits.