Blutdruck per Smartwatch messen: Das ist der aktuelle Stand

Samstag, 25. Mai 2019

Omron HeartGuide Smartwatch

Wer verfolgt, wie sich die Wearable-Technologie in den letzten Jahren verändert hat, sieht dabei auch ein stetiges Anwachsen der Möglichkeiten. Galt es vor nicht allzu langer Zeit als eine Besonderheit, wenn der Puls am Handgelenk gemessen werden konnte, hat sich das unlängst zu einem Standard entwickelt. Mittlerweile gibt es gar intelligente Uhren wie die Apple Watch Series 4 oder die Withing Move ECG, die ein EKG erstellen. Ein besonderes Interesse vieler Menschen gilt der Blutdruckmessung via Smartwatch – ist das überhaupt schon möglich und wie ist der aktuelle Stand der Branche? Zeit, mal detaillierter darauf einzugehen.

Allein ein Blick in die USA genügt, um zu verstehen, wie wichtig das Thema Blutdruckmessung ist. Einer Schätzung zufolge leidet dort im Schnitt jeder Dritte an Bluthochdruck und trägt damit auch ein besonderes Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall mit sich herum. Um eines vorwegzunehmen: Es wird intensiv daran geforscht, diesen wichtigen Parameter für die Gesundheit über ein Wearable zu bestimmen.

Doch gewisse Schwierigkeiten sind schon damit verbunden. Für eine solche Messung muss der Blutkreislauf unterbrochen werden – die Möglichkeiten für ein Fitness Armband oder eine Uhr bleiben dadurch begrenzt. Als ideale Position zum Messen gilt außerdem der Oberarm, da er sich auf Höhe des Herzens befindet. An anderen Stellen des Körpers wie eben dem Handgelenk könnten die Werte anders ausfallen.

Aber nun zu den Fakten. Der Hersteller Omron ist der wichtigste Name, wenn es darum geht, den Blutdruck via Smartwatch zu bestimmen. Das Unternehmen hat mit seinem HeartGuide bereits ein Modell entwickelt, das im vergangenen Dezember die Zulassung in den USA erteilt bekam und dort bereits auf dem Markt erhältlich ist. Wer das Feedback der ersten Kunden liest, stellt fest: Omron erfüllt sämtliche Erwartungen. Die Resonanz fällt durchweg positiv aus, wenngleich einige Nutzer darauf verweisen, dass die Uhr nicht zu den kompaktesten gehört. Aufgrund der enthaltenen technischen Komponenten verwundert dies nicht – es ist eher erstaunlich, dass sie so vergleichsweise kompakt verpackt wurden.

Omron HeartGuide Smartwatch

Das Prinzip des Omron HeartGuide beruht darauf, dass sich das Armband für die Messung wie eine Manschette aufpumpt. Geschehen kann das in regelmäßigen Zeitabständen und auch nachts. Zwischen 30 und 50 Messungen sind mit einer Akkuladung drin. Auch die deutschen Interessenten dürfen sich freuen: Nach aktuellem Stand soll die Smartwatch im November dieses Jahres hierzulande erscheinen.

Ein anderer Hersteller, der sich mit seiner Blutdruck-Smartwatch ins Gespräch gebracht hat, ist ASUS. Die Vivowatch BP kann eine Messung dann vornehmen, wenn der Träger seinen Finger auf einen dafür vorgesehenen Sensor am Gehäuserand legt. Die Smartwatch wurde 2018 in Asien bereits als medizinisches Gerät zugelassen. Die Zertifizierung für Europa dauerte noch länger – doch wie uns auf Rückfrage mitgeteilt wurde, ist eine Veröffentlichung in Deutschland gar nicht vorgesehen.

Es gibt aber auch einen prominenten Vertreter, der dieser Möglichkeit den Weg geebnet hat: Die Rede ist von Samsung mit seiner Galaxy Watch Active, die Anfang dieses Jahres präsentiert wurde. Noch steht dieses Feature jedoch nicht bereit, sondern die Südkoreaner schalten es offenbar zu einem späteren Zeitpunkt frei. Das ist bislang nicht geschehen, obwohl auch Deutschland in den Genuss dieser Funktion kommen soll. Dem Vernehmen nach ist die Blutdruckmessung aber mit diversen Einschränkungen verbunden. Dazu gehört unter anderem, dass ein Smartphone der Marke Samsung genutzt wird. Als Basis für regelmäßige Messungen ist zusätzlich auch ein klassisches Blutdruckmessgerät erforderlich.

Angesichts dessen ist Hersteller Omron und sein HeartGuide die greifbarste Lösung, die sich in wenigen Monaten nähert. Nicht auszuschließen ist außerdem, dass auch Branchenpionier Apple im Hintergrund in diese Richtung entwickelt.

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