Blutdruck-Smartwatch von Omron erhält die Zulassung

Donnerstag, 20. Dezember 2018

Omron Blutdruck SmartwatchAm Ende hat es doch länger gedauert als ursprünglich erwartet: Nach beinahe zwei Jahren intensiver Entwicklungsarbeit kann das Unternehmen Omron einen Meilenstein vorweisen. Die erstmals auf der Consumer Electronics Show (CES) im Januar gezeigte Smartwatch mit der Fähigkeit zur Blutdruckmessung hat die Zulassung der Food and Drug Administration (FDA) in den USA erhalten. Damit steht dem Verkauf des besonderen Geräts nichts mehr im Weg. Noch nicht vollends klar ist das allerdings, was es für den europäischen Markt bedeutet.

Omron präsentierte zum Jahresbeginn seine Smartwatch auf der CES als eine kleine Revolution für das Handgelenk. Immerhin kann sie den Blutdruck messen – ein solches, vergleichbares Gerät gibt es bislang nicht. Das als „Project Zero“ bezeichnete Gerät hat unlängst auch einen offiziellen Namen erhalten und wurde auf „HeartGuide“ getauft. Omron ist vermutlich genau der richtige Hersteller, der sich diesem Wearable gewidmet hat. Immerhin bestand das bisherige Sortiment aus den unterschiedlichsten, konventionellen Blutdruckmessgeräten. Weltweit ist die Marke mit rund 200 Millionen verkauften Einheiten in diesem Bereich führend.

Trotzdem ist die Konzeption einer Smartwatch dann doch etwas vollkommen anderes, wie das Unternehmen feststellen musste. Es gab verschiedene Aspekte zu bedenken, wenn die Messung am direkt am Handgelenk geschieht. Hier verlaufen Venen, Sehnen und Knochen. Das Gerät muss alltagstauglich sein und darf nicht größer ausfallen als eine Armbanduhr. Einige Bauteile seien daher auf die Maße eines Reiskorns geschrumpft. Ebenfalls zu berücksichtigen galt es den Umstand, dass kein Leder für das Armband verwendet werden kann. Das liegt ganz einfach an der Art, wie die Omron HeartGuide Smartwatch misst. Wie bei einer Blutdruckmanschette wird das Uhrenarmband aufgeblasen.

Omron HeartGuide Blutdruck Smartwatch

Die Ergebnisse sind mit einer medizinischen Messung vergleichbar, verspricht der Hersteller. Gegenüber einem herkömmlichen Gerät hat dieses Modell einen klaren Vorteil. Es nimmt diese Messungen in regelmäßigen Abständen – auch nachts – vor, kann somit Zusammenhänge herstellen und Analysen ermöglichen. Ein Arzt vermag auf Grundlage dieser Werte Aussagen treffen, inwiefern ein Potenzial für Bluthochdruck und andere Risiken vorliegt. Zwischen 30 und 50 Messungen schafft die HeartGuide Smartwatch mit einer Aufladung. Das bedeutet, dass sie pro Woche nur ein, bis zwei Mal ans Netz muss.

Darüber hinaus bietet sie zumindest grundlegende Funktionen, die auch von anderen Smartwatches erbracht werden. Sie zählt demnach die Schritte, informiert zu auf dem Smartphone eingehenden Neuigkeiten und überwacht den Schlaf. Vorbestellungen sind ab sofort für den US-amerikanischen Markt möglich. Als Preis ruft Omron 499 US-Dollar und damit umgerechnet rund 435 Euro auf. Schon am 8. Januar beginnt dann die Auslieferung erster Geräte.

Klar, dass auch das Interesse außerhalb der USA groß ist und offenbar besteht auch die Absicht, die HeartGuide Smartwatch nach Europa zu bringen. Bislang steht nur die Zulassung der FDA zu Buche, die dementsprechend auch nur für die Vereinigten Staaten gilt. Um sie in Europa anzubieten, muss sie auch hier zunächst die erforderliche Zertifizierung erhalten.

1 Comment
  1. Könnte diese Uhr auch einen Tremor (hochfrequente Vibrationen) an der Hand über ca. 5 Tage messen?
    Können die Daten dann über einen USB-Anschluss auf einen PC übertragen werden?
    Funktioniert dies auch ohne ein App auf dem Mobiltelefon?

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