TAG-Heuer-Chef Biver: Connected Modular 45 soll sich 150.000 Mal im Jahr verkaufen

Montag, 20. März 2017

Der in Luxemburg geborene Jean-Claude Biver ist nicht nur Chef der Schweizer Luxusuhrenmarke TAG Heuer, er trägt darüber hinaus auch die Verantwortung für diverse andere Uhrenmarken aus dem Luxussegment. Erst vor wenigen Tagen präsentierte TAG Heuer auf einer Pressekonferenz seine zweite und mit Android 2.0 ausgestattete Smartwatch. Bei der TAG Heuer Connected Modular 45 handelt es sich, wie es der Name vermuten lässt, um eine modulare Smartwatch. So ist es zum Beispiel möglich, auch ein mechanisches Uhrwerk in das Gehäuse einzusetzen. Es gibt jedoch weitaus mehr Komponenten, aus welchen sich die Uhr zusammenstellen lässt – insgesamt lässt sich die neue Smartwatch von TAG Heuer auf 56 verschiedene Arten und Weisen konfigurieren. In einem Interview mit der Aargauer Zeitung erklärte der Uhrenpionier Biver unter anderem, wie seiner Meinung nach die Zukunft der Smartwatch-Branche aussieht.

Smartwatches beziehungsweise deren Hersteller werden gerne dafür kritisiert, dass die smarten Uhren sich bisher nicht von einem Smartphone unabhängig machen konnten. Biver steht diesem Problem offenbar gelassen gegenüber. Seiner Ansicht nach wird es in zwei bis drei Jahren soweit sein, dass man mit einer TAG Heuer Connected auch ohne Smartphone telefonieren kann.

Auch die Vorwürfe, man würde bei TAG Heuer lediglich mit Smartwatches experimentieren, wehrt der Uhrenmanager gelassen ab. Man habe bisher kein Geld mit dem Smartwatch-Geschäft verloren, ganz im Gegenteil: Die erste Smartwatch sei ein echter Erfolg gewesen. Insgesamt seien 50.000 Einheiten verkauft worden, damit habe man die Erwartungen weit übertroffen, sagte Biver, der sich durchgehend optimistisch im Interview äußerte: „Deshalb wollen wir mit der neuen Uhr 150.000 Stück im Jahr verkaufen. Das bedeutet, dass ich daran glaube.“ Darüber hinaus erklärte er, dass man die hartnäckigen Kritiker erst von Smartwatches überzeugen werde, sobald sie zu 100 Prozent unabhängig vom Telefon sind. Der modulare Aufbau der neuen Smartwatch sowie das autonome GPS-Modul seien die ersten Schritte in diese Richtung, fügte er hinzu.

Die Befürchtung, der Smartwatch-Trend könnte den klassischen Schweizer Luxusuhren gefährlich werden, teilt Biver nur zum Teil. Diese Luxusprodukte seien Statussymbole und würden es in Zukunft wohl auch bleiben, daher sehe die Zukunft der Schweizer Uhrenindustrie gut aus. Dennoch könne man sich nicht ganz sicher, wie die folgenden Generationen auf die Luxusgüter-Industrie reagieren werden, also müsse man auch im Smartwatch-Geschäft mitmischen. „Es geht nicht mehr nur um die Angabe der Zeit. Sondern es geht um die Angabe von verschiedenen Informationen. Aus der Uhr wird also ein Informationsterminal am Handgelenk. Man kann damit auch bezahlen und das Auto öffnen. Hier muss ich als Uhrenhersteller dabei sein“, erklärte der Chef von TAG Heuer.

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